Eine europäische Geschichte.

In einem kleinen Dorf gab es einmal zwei Banden aus vielen wilden kleinen Jungs. Da waren Gerhard, Giovanni und Ivan; sie nannten sich die Arier. Die zweite Bande bestand aus James, Jacques, Karel, Dimitri und Schlomo; sie nannten sich die Alliierten. Die beiden Banden waren verfeindet. Vor allem die Arier mochten die Alliierten überhaupt nicht.
Eines Tages saßen die Arier in ihrem Lager, so nannten sie das Versteck hinter den Bäumen im Wald. Auch die Alliierten hatten ihr Lager in diesem Wald, was vor allem Gerhard störte. Da kam auf der anderen Straßenseite nichts ahnend Karel vorbei. Gerhard sprang auf und brüllte: „Den nehmen wir gefangen, dann sind es nur noch vier!“ Die Arier stürzten sich auf Karel, nahmen ihn gefangen und fesselten ihn an einen Baum.
„Jetzt sind es nur noch vier“, sagte Gerhard, „wir müssen nur geschickt vorgehen, dann sind wir bald die mächtigste Bande im Dorf. Am besten wir kidnappen Schlomo, der ist klein und schmächtig, der kann sich nicht wehren.“
„Darf Schlomo rauskommen und mit uns spielen?“ Gerhard hatte geläutet und sah nun mit blauen Engelsaugen Schlomos Mutter an.  Kaum war Schlomo aus dem Haus gekommen, nahmen die Arier ihn in den Schwitzkasten, traten ihn so fest sie konnten und fesselten ihn. Schlomo schrie schon vor Schmerzen, doch Gerhard trat weiter zu.
Das Gleiche machten sie auch mit Dimitri und  Jacques, aber Schlomo blieb immer ihr Hauptopfer. Gerhard trat immer und immer fester zu. Ivan und Giovanni konnten das nicht länger mitansehen. Sie wollten Gerhard zur Ruhe bringen, doch dieser wurde noch wilder und fesselte auch Giovanni. Nur Ivan konnte weglaufen.
Ivan lief so schnell er konnte zu dem Lager der Alliierten. Dort saß nur noch James und wunderte sich, wo der Rest der Bande war. Ivan berichtete ihm, was geschehen war. Ivan und James beschlossen sich zu verbünden, Gerhard zu überfallen und die Gefangenen zu befreien.  Das Vorhaben endete in einer riesigen Prügelei. Alle schlugen aufeinander ein so fest sie konnten. Bis schließlich Gwen, die große Schwester von James, aus dem Haus kam und eingriff. Sie war außer sich vor Wut. Sie befreite die Gefesselten und brachte Schlomo ins Krankenhaus, da es ihm am schlimmsten ergangen war.
Danach fragte sie Gerhard, was für ein Problem er habe. „Der Wald ist zu klein für beide Banden“, sagte Gerhard mit wutverzerrtem Gesicht. „Wenn der Wald zu klein ist, dann baut in die Luft“, sagte Gwen daraufhin, „baut ein Baumhaus, tut euch zusammen, helft euch gegenseitig. Baut das beste Lager, das es jemals gab, so gibt es keinen Streit mehr und nur noch Frieden! Seid Freunde!“
Die Jungs waren begeistert von der Idee das beste Lager aller Zeiten zu bauen und gingen sofort zur Arbeit über. Sie machten sogar eine gemeinsame Kasse, in die alle ihr Taschengeld gaben, und sparten so für Baumaterial. Sie wollten das schönste, beste, größte Lager aller Zeiten bauen.
Doch wieder kam es zu Streit. Dimitri konnte nicht genügend Geld zur Kasse beisteuern, denn seine Familie war zu arm.
Wieder vergaßen die Jungs, worum es eigentlich geht: „Keinen Streit mehr und nur noch Frieden! Freunde sein!“
Wieder standen sich Gerhard und Dimitri gegenüber und brüllten sich an über Geld und ihren Traum vom besten Lager aller Zeiten, bis ganz leise eine Stimme sagte: „Vergesst das Lager, spielen wir erst mal Fußball.“
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