Ich habe da eine Frage…

Hallo Frau Merkel,

mein Name ist Sonderbayer und ich muss Sie was fragen.

Der Patient Erde liegt mit einer Überdosis kotzend im Straßengraben und keiner ruft den Rettungswagen. Warum?
Jahrelang haben wir eine riesige Party gefeiert, uns verschuldet, um uns Spaßmacher in die Venen zu spritzen. Unsere Kumpels im Süden müssen schon reanimiert werden, während wir noch versuchen den Kater mit Schnaps zu löschen. Ich war mal ein kleiner, vorlauter Dorfpunk, Frau Merkel, und eins habe ich in dieser Zeit gelernt: Irgendwann muss man auf Entzug, einfach grundlegend was ändern. Was hat sich in den letzten Jahren groß verändert? Die Gelddealer in den großen Häusern in Frankfurt sind immer noch mächtiger als Sie. Die Dealer wurden nicht hochgenommen, es gab keinen Razzien. Ich frage Sie: Warum? Ein Süchtiger kann nicht clean werden, wenn er neben einem Dealer wohnt.

Während wir Schulden anhäufen, schieben wir alle anderen Probleme vor uns her wie ein Schneeräumer auf dem Südpol. Was ist mit dem Klimawandel? Ich bin jetzt 24. Werden für meine Enkel eines Tages wilde Eisbären Fabelwesen sein, so wie für uns Mammuts? Was ist mit der Überbevölkerung? Die Erde ist heute nicht mehr in der Lage, jeden Menschen auf diesem Planeten mit Wasser und Nahrungsmittel zu versorgen. Wann werden die ersten Kriege um Wasser geführt? Wie lange werden die Kinder in China noch so gute Turnschuhe für uns nähen? Ich frage Sie, Frau Bundeskanzlerin: Wie wollen Sie diese Welt verbessern?

Oder muss ich doch noch die Revolution ausrufen und mit meinen Followern vor den Reichstag kommen? Mir wäre es ja lieber, Sie würden die Probleme lösen. Wissen Sie, ich habe nämlich nächste Woche ein Date.

Freundliche Grüße aus Sonderbayern.

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9 Gedanken zu „Ich habe da eine Frage…

  1. praktikon sagt:

    Sehr gut geschrieben und mit einem leichten Humor auf ein ernstes Thema hingewiesen, gefällt mir sehr gut – hast du diesen offenen Brief auch abgeschickt?

    • sonderbayer sagt:

      Danke. Habe den Brief über Twitter an den Regierungssprecher Steffen Seifert geschickt. Er hat geantwortet, wenn auch sehr 0815.

      • praktikon sagt:

        Naja welcher ernstzunehmende Regierungssprecher hört schon auf Twitter. Das ganze muss auf Papier gedruckt werden, um einen Backstein gewickelt werden der in einer Bombe versteckt ist die in dem Rechner mit den Vorlagen für Beschwerdeschreiben gezündet wird. So muss sich der Schreiberling nämlich mal wieder damit auseinandersetzen, was und wem er das eigentlich schreibt.

      • sonderbayer sagt:

        Entschuldigung, aber weder Bomben noch Steine gehören zu den von mir tolerieren Methoden.

      • praktikon sagt:

        Och Mensch und ich dachte du meintest es ernst *seufzt* ;))

  2. Mahiat sagt:

    Schöner Beitrag, guter Humor. Wie heißts so schön? Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß.

  3. Mal sehen ob Du eine Atwort von der Frau Bundeskanlerin bekommst.

  4. Sehr schön geschrieben, lieber sonderbarer Bayer. Aber ich glaube nicht, dass Frau Merkel es richten kann. Auch dann nicht, wenn sie wollte. Fangen wir doch lieber bei uns selber an. Hören wir auf, unseren Kater mit Schnaps zu löschen, damit wir wieder einen klaren Kopf kriegen. Und dann verlassen wir die Party, die schon lange keinen Spaß mehr macht und fangen mal wieder an zu leben. Nach Maßstäben, die sowohl uns als auch der Welt gut tun.

  5. Hoffnung für Jedermann sagt:

    Hallo Herr Sonderbayer,
    das haben Sie aber wunderbar geschrieben. Danke. Ich schließe mich Ihren freundlichen Grüßen an.
    Hätte da nächste Woche nämlich auch ein Date.

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