Weiße, rasierte, gänzlich unerotische Männertitten.

Ich bin ein Mann des 21. Jahrhunderts. Ich kann kochen und bügeln, Rasen mähen und Bäume fällen, ich kann digitale Receiver und Router installieren, ich kann Reifen wechseln und Wäsche waschen. Ich kann alle Titel, Aufstiege und Abstiege meines Fußballvereins aufsagen, während ich mein Bett beziehe. Ich habe schon über Brüste und Frauen geschrieben; nun geht es um weiße, rasierte, gänzlich unerotische Männertitten.

Wir sind die erste Generation von Männern ohne großen Antrieb. Wir werden vermutlich in keinen Krieg ziehen müssen, wir müssen keinen Drachen erlegen, noch nicht mal eine verdammte Prinzessin befreien – auch das machen die starken Frauen schon selber. Wir treiben unmotiviert durch einen Haufen melancholischer Musik, trinken zu viel und träumen von der Freiheit. Wir leben in schwedisch eingerichteten Singlewohnungen und onanieren zu viel auf zu harte Pornos.

Früher fuhren Männer zur See und brandschatzten, eroberten den Wilden Westen und brannten Whiskey, überquerten mit Elefanten die Alpen und kämpften gegen Rom, lösten Revolutionen aus und scheiterten. Heute laufen manche Männer Halbmarathon.

Ich bin sicher nicht gegen Emanzipation, sondern für gänzliche Gleichberechtigung. Ich bin für eine Frauenquote von 51%, weil Frauen die besseren Menschen sind. Aber ich will für mich ein bisschen Abenteuer, ich will ein größeres Risiko als die Möglichkeit beim Joggen umzuknicken.

Wenn ihr auch so denkt, dann folgt mir. Wir halten uns fern von der Straße und kämpfen mit Bären, wir schlagen uns durch die Alpen und tanzen nackt um ein Feuer. Wir werden Dreck im Gesicht haben und verfilzte Haare, wir werden nach Rauch und Alkohol riechen, wir werden die Welt ein bisschen wilder machen. Wir werden den Reichstag erobern und unsere Fahne hissen. Wir werden braungebrannte, behaarte, muskulöse Brüste haben, bis unsere Freundinnen kommen und sagen, dass es so nicht geht, und uns unter die Dusche schicken.

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5 Gedanken zu „Weiße, rasierte, gänzlich unerotische Männertitten.

  1. markusmaxen sagt:

    Aus der Seele geschrieben

  2. Keyna sagt:

    Wir Freundinnen sollten uns zusammenreißen und die Klappe halten. Wir mögen es doch, wenn ihr glücklich seid.

  3. maziarworld sagt:

    Das Problem liegt in der Natur des Menschen oder besser, das Glück eines Abenteuers zu erleben, ist eine Verführung der Seele. Abenteuer kannst du jeden Tag erleben, wenn die Träume in dir nicht versieben und dein Mut dich begeistern kann. Es gibt noch viele Orte mit vielen Abenteuern in der Welt, die auf dich warten.
    In dem Sinne viel Spaß bei deinen Abenteuern.

  4. Philipp sagt:

    Reblogged this on SCHLEUDERGANG und kommentierte:
    Jawoll! Morgen Mittag geht’s nach Stadtkyll. In die Einsamkeit der Eifel. Ohne Rasierer.

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