Das große Sterben

Es gibt diese Legende, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder mit Bienen und Blüten auf das wilde, von Sex bestimmte Leben da draußen vorbereiten. Bienen, die fleißigen Sexarbeiter, Bestäuber, die dafür sorgen, dass die Blumen blühen, damit wir Menschen dann Händchen haltend über Blumenwiesen in den Sonnenuntergang hüpfen können. Doch etwas stört diese Romantik. Die Bienen sterben. Ein Drittel aller Nahrungsmittel würde es ohne Bienen nicht geben. Sie sind nicht nur Honigproduzent und Vorlage für schlechte Kinderserien, sondern sie bestäuben alles, was wachsen soll, was sich vermehren soll, was wir essen wollen. Einstein soll gesagt haben: „Sterben die Bienen, sterben vier Jahre später die Menschen“. Dieser Mensch ist gerade dabei, sich sein eigenes Grab zu schaufeln.

Sie nennen es das mysteriöse Bienensterben. Ein Volk nach dem anderen wird dahingerafft, ihre Kinder nur noch tot geboren. Langsam, aber sicher sterben 70% aller Bienen. Wenn 70% aller Vögel plötzlich tot vom Himmel fallen würden, hätten wir kein normales Fernsehprogramm mehr, sondern nur noch Brennpunkte. Aber warum interessiert sich niemand für die Bienen? Weil sie zu klein sind. Weil ihre Leichname in Ameisenhöhlen und Turnschuhprofilen verschwinden.

Der Mensch hat die Bienen niedergezüchtet; er wollte friedfertige kleine Arbeitsmaschinen, die Felder befruchten. Was er bekam, war das große Sterben. Bienenköniginnen werden mit der Post verschickt, ganze Stämme von Feld zu Feld transportiert. Einmal befruchten – nächstes Feld. Wir haben den fleißigen Arbeiter versklavt und bespritzen ihn zum Dank mit Pestiziden. Wir verprügeln ihr Immunsystem und wundern uns dann, dass sie tot vom Himmel fallen.

Wir müssen uns von der romantischen Vorstellung in unseren Köpfen verabschieden, von alten Männern, die als Hobby Bienen züchten, imkern und sich so nebenher ein paar Euro mit dem leckeren Honig verdienen. Die Bienen sind längst Teil das puren Kapitalismus, nur noch Teil der Geldruckmaschine Nahrungsmittelindustrie. Die Bienen gehen daran zu Grunde. Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch.

Einzige Hoffnung am Horizont ist der Antiheld, der Antichrist, der sich nicht zähmen lässt: die Killerbienen. Gezüchtet von verrückten Wissenschaftlern, entkamen sie dem Labor. Sie sind aggressiv, lassen sich nicht zähmen; sind widerstandsfähig, aber machen, was sie wollen; sind nicht so fleißig, dafür feindselig, aber sie produzieren nebenbei Honig und bestäuben Pflanzen. Eine wilde, freiheitsliebende Rasse von Killerbienen ist vielleicht die letzte Hoffnung der Menschen. Lasst uns hoffen, dass der Mensch im Umgang mit ihnen klüger ist.

Dieser Text wurde inspiriert durch die Dokumentation „More than Honey“. Bitte schaut euch diesen Film an.

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Ein Gedanke zu „Das große Sterben

  1. Philipp sagt:

    Ist das nicht etwas dick aufgetragen? Und: Einstein hat diesen Satz nie gesagt; Er ist einfach falsch. Wenn alle Insekten stürben – dann hätten wir ein Problem. Aber danach sieht’s ja zum Glück nicht aus.

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