Die Wahrheit

Es waren nur drei alte Männer, doch sie bestimmten den Lauf der Geschichte. 1945 trafen sich Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin, um einen Pakt zu besiegeln, der den Planeten anders drehen lassen sollte. Vordergründig wurde das am Boden liegende Deutschland aufgeteilt. Doch was die wenigsten wissen: Mitten im 2. Weltkrieg hatten die Alliierten das erste Mal Kontakt mit etwas, was nicht irdisch war. Besiegelt wurde ein Nichtangriffspakt im Wissen, dass da draußen noch was anderes war. 1950 flogen die Russen und die USA gemeinsam zum Mond. Was sie dort fanden, waren Schädel, die nicht menschlich sind.

Der kalte Krieg nur Täuschung, die Kubakrise nur ein inszeniertes Schauspiel mit Fidel Castro in der Hauptrolle. Als Kennedy mit dem Gedanken spielte, die Wahrheit auszusprechen, traf ihn der Schuss in den Hinterkopf. Ein geheimes Labor tief in der amerikanischen Wüste hatte längst die Macht übernommen. Sie ließen Apollo 11 auf dem Mond landen. Eine Theatervorführung für die breite Masse. In Wirklichkeit kämpfte die Menschheit 1970 auf dem Mars gegen fremde Wesen. Die Leichen aus Vietnam kamen in Wirklichkeit vom roten Planeten.

Ich bin Teil der ersten Generation, die auf dem Mond geboren wurde. Auf der dunklen Seite des Mondes leben wir in künstlicher Gravitation unter Glaskuppeln. Wir sehen die Erde nicht und leben doch nach Erdenzeit. In der ewigen Dunkelheit schreibe ich meine Texte und schicke sie auf den blauen Planeten.

Als meine Heimat in orangefarbenes Licht getaucht wird und Sirenen die ewige Stille des Weltraums durchschneiden, laufe ich durch das Sperrgebiet. Der Raumanzug liegt wie einen zweite Haut an mir. Ich lebe im Krieg, verteidige den Planeten, den ich niemals betreten werde. Fremde Wesen belagern uns wie unsere Vorfahren Troja. Sie greifen die Erde an, in London, Madrid und New York; wir drängen sie zurück, kämpfen für die Freiheit. Die Marsstation wird angegriffen. Ich schultere die Waffe, betrete mein Shuttle. Ich bin im Kriegsmodus, von Kopf bis Fuß auf Töten eingestellt.

Wir drängen sie zurück vom Mars in Richtung das Asteroidengürtels, als mein Antrieb getroffen wird und ich taumelnd durch das Weltall falle. Mein Shuttle schlägt auf einem Asteroiden auf. Na super. Ich habe Sauerstoff für 24 Stunden in meinem Anzug. Was bleibt, ist zu hoffen. Als ich meinen fliegenden Untersatz verlasse, sehe ich eine Frau. Sie atmet frei. Mitten im Weltraum. Es ist das erste Mal, dass ich einem fremden Wesen Auge in Auge gegenüberstehe. Sie wirkt menschlicher als ich dachte. „Guten Tag Sonderbayer.“ – „Woher…?“ – „Der schreibende Krieger ist auch unter uns bekannt. Warum lasst ihr uns nicht nach Hause?“ – „Nach Hause?“ – „Auf die Erde. Vor zwei Generationen wurden wir geschickt, um den Weltraum zu erforschen. Doch die Evolution schreitet in der Luftlosigkeit schneller voran. Wir sind menschlich. Warum habt ihr Angst vor uns?“

Du stirbst in dem Moment, in dem du merkst, dass jede Wahrheit nur eine Lüge ist.

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3 Gedanken zu „Die Wahrheit

  1. Gäbe es ein Buch von dir, ich würde es sofort lesen und wahrscheinlich genauso großartig wie deine Blogartikel finden.

  2. livxerLivxer sagt:

    Grossartig. Davon würde ich zu gerne ein Buch lesen.

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