Frankenderby – So wos greislig’s.

Die Treppen zum Oberrang sind an diesem Samstagnachmittag, kurz vor Weihnachten, vom Nieselregen leicht feucht und laden ein, darauf auszurutschen. Wir verlassen das Frankenstadion in Richtung S-Bahn, um uns wie Sägespäne zu menschlichen Briketts pressen zu lassen, als mein Kollege neben mir sagt: „Des war ober richtig greislig.“

„Greislig“ – Randbayrisch für eklig und wohl nichts beschreibt es so gut. Der Nieselregen dringt bei zwei bis drei Grad Celsius langsam durch die Kleidung und ich verkrieche mich tief in meine Jacke. Inzwischen bin ich in dem „Ach Sitzplätze sind auch ganz schön“-Alter und sehe der Nordkurve dabei zu wie sie hüpft. Das Spiel ist typisch Nürnberg und kommt tatsächlich ohne eine Torchance aus. Die größtmögliche Tristesse könnte man denken, wären da nicht die Fans auf beiden Seiten, die beweisen, was Fußball ist: 47.000 Zuschauer nachmittags um eins, Choreografien auf beiden Seiten und Träume von längst vergangenen Erfolgen.

Im S-Bahn-Tunnel hat jemand „Ich bereue diese Liebe nicht“ an die Wand gesprüht. Der Soundtrack zum Abstieg verblasst langsam im Regen. Ich bereue diese Liebe an Samstagen wie diesem und werde trotzdem wieder kommen, weil das Frankenstadion die größte Konstante in meinem Leben ist. Weil es Bratwürste gibt, Bier und Fans, die lauter singen als die meisten anderen.

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