The Return of Alex

„Was läuft denn jetzt, ey?“, fragt Georg, einer meiner Droogs. Wir stehen in der Korowa-Bierbar an der Theke, während aus den Boxen der große Kurt dröhnt, dass es mir alle Bodyhärchen aufstellt. „Lass mal einen drauf machen, dass die Kuh fliegt“, sage ich und verlasse die Korowa-Bierbar mit meinen Droogs im Schlepptau. Die Droogs sind weniger geworden, seit die Staatsgewalt begonnen hat Verliererbodys aus den Vorstädten einzuziehen und ihnen ihre Brains zu waschen. Mein Kapuzenpullover sitzt brutal gut, meine blaue Jeans locker und meine Haare sind kurz und verstrubbelt. Der Sound des Underground ertönt, als ich auf meine Sprühdose drücke und unser Zeichen an die Mauer der Trainstation painte. 

Beim alten Theater treffen wir auf die Brüder der Staatsgewalt, mit ihren olivgrünen Loser-Uniformen, die dafür Sorge tragen sollen, dass jeder gute Civic auch ein Safe Civic ist, und dass jeder Bad Civic, wie ich und meine Droogs es sind, um seine Freiheit fürchten muss. Die Masken der Staatsgewalt werden sofort tief ins Face und die Namensschilder von der Loseruniform gezogen. Ich ziehe meinen Baseballschläger aus meinem Backpack und will schon den ersten Knochen zum Brechen bringen, als ein Car mit Höllentempo die Street entlang kommt und zwischen der Staatsgewalt und den Droogs und mir zum Stehen kommt. Aus dem Car jumpen five Nationals und stellen sich auf die Seite der Staatsgewalt. Der Fight würde schnell zu Ende gehen für meine Droogs und mich, also treten wir den Rückzug an. Wir jumpen über Park Benches und weichen gerade noch so heranfliegenden Cars aus. Im Vorbeirennen sprühe ich noch ein Anarchy- Zeichen auf ein Plakat der „National Party“ und die Droogs und ich verschwinden hinter der nächsten Wall. 

Ich lebe auf einem alten Factorygelände in einem Bauwagen mit einigen Rats, keinem Money und keiner Future. Die Häuser in der City haben immer noch Strom, doch dort wo die Verlierer der Gesellschaft leben, gibt es nur noch Hoffnungslosigkeit, Angst vor dem Death und Furcht davor, dass auch unser Brain gewaschen wird. Die Staatsgewalt behauptet zwar das Gegenteil, doch es ist real, dass immer mehr Menschen ihr Brain verlieren und dann zu Nationals oder zu Brüdern der Staatsgewalt werden. Doch was soll das für eine Freiheit sein, wenn sie vom Staat diktiert wird?

Today starten wir eine kleine Action in der City. Überall sollen Anarchy-Zeichen erscheinen und die Staatsgewalt in Aufruhr bringen. Wir lassen die Kuh fliegen und rocken die City. In ihren Eigentumswohnungen sitzt die Armee der Verlierer am Wohnzimmertable und nimmt ein Dinner, während die Vorstadt in die City einfällt und laut schreiend Windows einschlägt, Walls besprüht und Chaos provoziert. Die letzten beiden Male konnten wir die Staatsgewalt mit dem Run auf die City surprisen, doch diesmal sind sie vorbereitet. Eine Gruppe von Nationals und Brüder der Staatsgewalt kesseln uns ein und prügeln uns down mit ihren Waterwerfern und Pfeffersprüh. 

Als ich wieder zu mir komme, ist mein ganzer Body blau und mein Brain kann die Schmerzen kaum mehr zuordnen. Only one day ist seit dem Run auf die City vergangen und doch werde ich sofort in einer Blitzverhandlung verurteilt. Im Staatsinternet zeigen sie Bilder, wie die Staatsgewalt in die Vorstadt einfällt und richtig aufräumt. Alles, was sie back lassen, ist ein Haufen Asche. Oh meine Brüder, ein Haufen Asche, der einst mein Homeland war. 

Ich trete aus meiner Arbeitsstelle. Die weiße Bluse, die ich trage, ist bis oben hin geschlossen und meine Hose ist eng anliegend, doch sie offenbart nichts. Ein Irrer stürzt auf mich zu und brüllt: „Alex! Wir werden dich saven. Die haben dein Brain gewaschen, doch wir machen dich free.“ Ich schüttle angeekelt den Kopf, was meine langen Haare auf meiner Schulter hin und her fallen lässt. Sofort kommt die Polizei herbei und beschützt mich vor diesem Verrückten. Ich steige in die S-Bahn und fahre nach Hause, in meine Eigentumswohnung, in der schon mein Mann wartet. „Alexandra“, begrüßt er mich lachend und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Ich erzähle ihm von dem Irren, der auf mich zugestürmt ist, und er sagt: „Die Partei wird sich gut um ihn kümmern.“ Für einen Moment grinst er linkisch, um mich dann wieder verliebt anzuschauen. 

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